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Zunehmende Beziehung zwischen Harninkontinenz und der Mikrobiota des Harntrakts

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    Wie die meisten Menschen wissen, leben Mikroorganismen auf unserer Haut und in anderen Teilen des Körpers, wie z. B. im Verdauungstrakt. In der traditionellen medizinischen Denkweise und Lehre wurde hingegen angenommen, dass es im Harnsystem kein solches Mikrobiom gibt. Viele Menschen glauben immer noch, dass Urin steril ist.

    Das stimmt nicht, wie fortschrittliche Nachweisverfahren wie verbesserte Urinkulturen und DNA-Sequenzierung zeigen. Diese verbesserten Technologien haben den Nachweis von Mikroben in niedrigen Konzentrationen ermöglicht, die zuvor mit herkömmlichen Methoden nicht nachweisbar waren. Dies hat die Art und Weise verändert, wie wir über den Harntrakt denken, sowohl bei guter als auch bei schlechter Gesundheit, und es hat zu einem Paradigmenwechsel geführt, da wir erkennen, dass die Blase, wie andere Regionen des menschlichen Körpers, von Mikroben besiedelt ist.

    Das Urinmikrobiom hat sich schnell zu einem heißen Forschungsthema entwickelt, und es gibt immer mehr wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema. Mehrere wissenschaftliche Studien haben sich mit den Bakterien befasst, aus denen sich das Urinmikrobiom zusammensetzt, sowie mit der Frage, wie Veränderungen im Mikrobiom Krankheiten verursachen oder zu ihnen beitragen können.

    Streptococcus, Staphylococcus, Aerococcus, Gardnerella und Bifidobacterium gehören zu den Bakterien, die im weiblichen Urinmikrobiom zu finden sind, aber auch weitere Bakterien wie Streptococcus, Staphylococcus, Aerococcus, Gardnerella und Bifidobacterium. Es gibt Hinweise darauf, dass sich das Mikrobiom des Harntrakts mit zunehmendem Alter verändert. Frühere Forschungen haben auch gezeigt, dass Frauen mit urologischen Erkrankungen wie überaktiver Blase und interstitieller Zystitis/Blasenschmerzsyndrom ein anderes Urinmikrobiom haben.

    In einer kürzlich im American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlichten Studie fanden Forscher heraus, dass Frauen mit Harninkontinenz (unkontrollierter Urinverlust) ein anderes Mikrobiom im Urin haben als Frauen, die auf dem Kontinent leben. Die Mikrobiome unterschieden sich nicht nur in Bezug auf die Bakterienarten, sondern auch in Bezug auf die Artenvielfalt. Darüber hinaus haben Frauen mit Belastungsharninkontinenz (Urinverlust bei körperlicher Aktivität) ein anderes Mikrobiom im Urin als Frauen mit Drangharninkontinenz (Urinverlust ohne körperliche Aktivität) (Urinverlust bei plötzlichem Harndrang).

    In gewisser Weise sind diese Ergebnisse nicht überraschend, da die Ursachen für Stress- und Drangharninkontinenz unterschiedlich sind. Bei der Harninkontinenz handelt es sich eher um ein anatomisches Problem (Struktur der Körperteile), während die Belastungsharninkontinenz eher ein physiologisches Problem darstellt (Funktionsweise der Körperteile).