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Welchen Einfluss hat COVID-19 tatsächlich auf Ihre ängstliche oder traurige Stimmung?

    Laut Ihren Ärzten wurde Ihre COVID-19-Virusinfektion vor Monaten überwunden. Irgendetwas scheint nicht zu stimmen, auch wenn Sie keine Atemprobleme haben und Ihre Sauerstoffwerte wieder normal sind. Zusätzlich zu Ihren ständigen Kopfschmerzen haben Sie Probleme, scheinbar einfache Aufgaben zu erledigen. Aufgrund Ihrer Erschöpfung fühlt es sich wie ein Sieg an, vom Bett in die Küche zu gehen. Doch am meisten beunruhigt Sie ein Gefühl der Angst, das so stark ist, dass Sie spüren, wie Ihr Herz klopft. Wegen Ihrer anhaltenden Angst können Sie nachts nicht schlafen.

    Die langfristigen Auswirkungen von COVID-19 auf das Gehirn werden noch untersucht. Nach Angaben aus Wuhan kann das Virus das Gehirn infizieren, wobei bei mehr als einem Drittel der Betroffenen neurologische Symptome auftreten. Wir wissen, dass die Pandemie nicht nur zu einer Infektion des Gehirns führt, sondern auch zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit, da Isolation, Einsamkeit, Arbeitslosigkeit, finanzielle Probleme und der Verlust geliebter Menschen einen hohen psychologischen Tribut fordern.

    Die Verschreibung von Antidepressiva nimmt zu, ebenso wie Gewalt in intimen Beziehungen und Selbstmordgedanken, insbesondere bei jungen Erwachsenen.

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer COVID-19-Infektion und psychiatrischen Störungen?

    Die Folgen einer COVID-19-Infektion für die psychische Gesundheit waren bis vor kurzem unbekannt. Laut einer neuen Analyse der elektronischen Gesundheitsdaten von 69 Millionen Menschen erhöht eine COVID-19-Infektion die Wahrscheinlichkeit, an einer psychiatrischen Erkrankung, Demenz oder Schlaflosigkeit zu leiden. Bei Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen wurde außerdem mit 65 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit eine COVID-19-Infektion diagnostiziert, was auf Verhaltensvariablen, Lebensstilfaktoren (wie Rauchen), Entzündungen oder psychiatrische Medikamente zurückzuführen sein könnte. Dies ist die erste signifikante Untersuchung, die darauf hinweist, dass eine COVID-19-Infektion das Risiko für psychiatrische Erkrankungen erhöht.

    Die langfristigen Auswirkungen einer COVID-19-Infektion auf die psychische Gesundheit sind noch unbekannt. Nach der Grippepandemie von 1918/19 entdeckten Forscher, dass die Nachkommen von Müttern, die während der Schwangerschaft dem Virus ausgesetzt waren, häufiger an Schizophrenie erkrankten. Eine Virusinfektion während der Schwangerschaft gilt als ein Risikofaktor für die Entwicklung von psychischen Störungen, die mit dem Immunsystem zusammenhängen. Angesichts der großen Zahl von Infektionen weltweit könnte selbst ein geringer Anstieg der Wahrscheinlichkeit psychischer Störungen bei Nachkommen aufgrund einer COVID-19-Infektion große Auswirkungen auf die Bevölkerung haben.

    Haben Sie als Folge von COVID-19 eine psychische Störung?

    Die Auswirkungen von COVID-19 auf Ihren Körper und Ihre Lebensumstände können dazu führen, dass Sie sich erschöpft, wütend oder deprimiert fühlen. Doch selbst wenn Sie bei Ihrem Arzt positiv auf Depressionen oder Angstzustände getestet werden, sind Screening-Instrumente nicht diagnostisch. Menschen, die körperliche Symptome einer COVID-19-Infektion aufweisen, werden häufig positiv auf Depressionen getestet, da sich die Symptome der Infektion und die depressiven Symptome häufig überschneiden. Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Appetitlosigkeit könnten beispielsweise eher auf eine medizinische Erkrankung als auf eine Depression hindeuten.