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Was Sie über die exekutive Funktion von Kindern wissen sollten

    boy on swing

    Exekutivfunktionen umfassen die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, zu planen, Prioritäten zu setzen, auf Ziele hinzuarbeiten, Handlungen und Emotionen selbst zu regulieren, sich an neue und unerwartete Situationen anzupassen und schließlich an abstraktem Denken und Planen teilzunehmen. Wie ein Chefdirigent eines Orchesters steuern und ordnen die exekutiven Funktionen eine Vielzahl von kognitiven, verhaltensbezogenen und emotionalen Prozessen.

    Exekutive Funktionen sind in der Kindheit per definitionem schwierig. Das liegt daran, dass sich unsere exekutiven Fähigkeiten zwar bereits im ersten Lebensjahr zu entwickeln beginnen, aber erst im frühen Erwachsenenalter voll ausgereift sind.

    Die Zeit, die Kinder benötigen, um die Meilensteine der exekutiven Funktionen zu erreichen, ist in gewissem Umfang typisch, wie dies auch bei anderen Meilensteinen der Entwicklung der Fall ist. Einige Kinder haben jedoch überdurchschnittlich große Schwierigkeiten oder Verzögerungen bei ihren exekutiven Fähigkeiten.
    Defizite in den exekutiven Funktionen bei Kindern können sich in Problemen mit der Impulskontrolle, Wutausbrüchen und der emotionalen Selbstregulierung äußern. Andere wiederum haben offensichtlichere Probleme mit der Organisation im Klassenzimmer, dem Zeitmanagement und dem Erinnern von Anweisungen. Jugendlichen, die Schwierigkeiten mit der exekutiven Funktion haben, fällt es schwer, Unabhängigkeit zu erlangen und sich Ziele für die Zukunft zu setzen.

    Die exekutive Funktion bezieht sich nicht auf eine einzelne Fähigkeit. Außerdem entwickeln sich die Fähigkeiten der exekutiven Funktionen entgegen der landläufigen Meinung nicht linear. Inhibitorische Kontrolle (die Fähigkeit, Impulse zu regulieren), Arbeitsgedächtnis (eine Art Kurzzeitgedächtnis, das die vorübergehende Speicherung und Verarbeitung von Informationen umfasst) und kognitive Flexibilität (die Fähigkeit, Gedanken zu ändern) sind die Hauptkomponenten der exekutiven Funktionen (die Fähigkeit, zwischen Gedanken über verschiedene Themen zu wechseln). Jede dieser Fähigkeiten entwickelt sich in einem bestimmten Tempo, mit unterschiedlichen Wachstumsfenstern und Interventionsmöglichkeiten.
    Umweltfaktoren wie Stress in der frühen Kindheit, die Familienstruktur und die Bildungschancen können einen erheblichen Einfluss auf die exekutiven Fähigkeiten haben. Glücklicherweise bedeutet dies, dass diese Fähigkeiten außerordentlich flexibel und anpassungsfähig sind. Die exekutiven Funktionen von Kindern können durch systematische pädagogische, neuropsychologische und sozio-emotionale Programme gestärkt werden, die auf evidenzbasierten Therapien beruhen und umfassend untersucht wurden.

    In den letzten Jahren ist die Zahl der Interventionen, die auf die Stärkung der Exekutivfunktionen von Kindern abzielen, gestiegen. Es gibt einige Belege für einen Nutzen, der jedoch von den kognitiven Merkmalen des Kindes (z. B. Sprache, Gedächtnis oder intellektuelle Funktionen), der Familiendynamik und den zugrunde liegenden medizinischen oder psychologischen Störungen abhängt.

    Zu den bekanntesten Therapien gehören solche, die computergestützte Programme wie das kognitive Training von Cogmed oder Neurofeedback wie Mightier verwenden. Diese kindgerechten Behandlungen beinhalten ein intensives Training von Exekutivfunktionen wie Arbeitsgedächtnis und Impulskontrolle (z. B. mehrere Sitzungen pro Woche über fünf bis 15 Wochen). Der Einsatz dieser Therapien wird durch eine Vielzahl von Belegen gestützt. Skeptiker hingegen bezweifeln, dass sich diese Vorteile auf die Verbesserung der exekutiven Funktionen im täglichen Leben übertragen lassen.