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Warum ist Musik gut für das Gehirn?

    woman wearing white headphones

    Stimmt es, dass Musik einen Einfluss auf Gesundheit, Lernen, Wahrnehmung, Lebensqualität und sogar Glück hat? Eine kürzlich durchgeführte AARP-Umfrage über Musik und die Gesundheit des Gehirns ergab einige verblüffende Erkenntnisse über die Auswirkungen von Musik auf das kognitive und emotionale Wohlbefinden:

    1) Musikhörer hatten eine höhere Bewertung des geistigen Wohlbefindens und ein etwas geringeres Maß an Ängsten und Depressionen als die Allgemeinbevölkerung.

    2) Diejenigen, die regelmäßig Musikkonzerte besuchten, bewerteten ihre Gehirngesundheit als “ausgezeichnet” oder “sehr gut”, im Vergleich zu 58 Prozent derjenigen, die zuvor ein Konzert besucht hatten, und 52 Prozent derjenigen, die noch nie dort waren.

    3) Diejenigen, die angaben, in ihrer Jugend häufig mit Musik in Berührung gekommen zu sein, bewerteten ihre Fähigkeit, Neues zu lernen, als “ausgezeichnet” oder “sehr gut”, verglichen mit 50 % derjenigen, die angaben, dies nicht getan zu haben.

    4) Die aktive Teilnahme an der Musik war bei Menschen über 50 Jahren mit mehr Freude und guten kognitiven Funktionen verbunden.

    5) Erwachsene, die in ihrer Kindheit nicht mit Musik in Berührung gekommen waren und jetzt in irgendeiner Form Musik genießen, hatten höhere Werte für das geistige Wohlbefinden als die Allgemeinbevölkerung.

    Das sind natürlich hervorragende Ergebnisse. Allerdings hat diese 20-minütige Online-Umfrage auch gewisse Grenzen. Zum einen wurden nur 3 185 Erwachsene in den Vereinigten Staaten ab 18 Jahren befragt, was im Vergleich zur Gesamtbevölkerung des Landes von 328 Millionen Menschen eine geringe Zahl ist. Außerdem handelt es sich im Wesentlichen um eine Umfrage der öffentlichen Meinung. Die Menschen mögen ihre Gehirngesundheit als “großartig” bezeichnen, aber es gab keine objektive Bewertung, wie z. B. einen MRT-Scan oder sogar einen Test zur Messung des Intellekts.
    Und selbst wenn die Bewertungen zutreffend sind, handelt es sich bei den Ergebnissen lediglich um Korrelationen. Sie beweisen nicht, dass zum Beispiel der Kontakt mit Musik in der Kindheit die Fähigkeit, Neues zu lernen, verbessert. Es ist möglich, dass Kinder, die in wohlhabenderen Haushalten aufwuchsen, sowohl häufiger mit Musik in Berührung kamen als auch eine gute Schulbildung genossen, so dass sie später im Leben leichter neue Dinge lernen konnten.

    Aber gehen wir einmal davon aus, dass die Ergebnisse der AARP-Umfrage richtig sind. Wie kommt es, dass Musik eine so starke Wirkung auf das Gehirn hat? Obwohl wir keine endgültigen Antworten haben, können wir dank der jüngsten Fortschritte in der kognitiven Neurowissenschaft über mehrere mögliche Ursachen spekulieren.