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Müssen Sie operiert werden? Sollten Sie den Geburtstag Ihres Chirurgen vermeiden?

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    Wenn Sie operiert werden müssen, sollten Sie wissen, dass Forscher seit Jahren Indikatoren untersuchen, die den Erfolg oder Misserfolg einer Operation vorhersagen. Einige der wichtigsten Entdeckungen waren zu erwarten.

    Studien zufolge weisen Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen, in denen viele Hüft- und Kniegelenkersatzoperationen durchgeführt werden, niedrigere Komplikationsraten auf als solche, in denen weniger Eingriffe vorgenommen werden. Dies hat zur Folge, dass Patienten, die diese Eingriffe benötigen, diese zunehmend in Zentren mit hohem Aufkommen durchführen lassen. Ebenso haben Chirurgen, die regelmäßig Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen durchführen, bessere Ergebnisse als solche, die dies nur selten tun. Es mag Sie überraschen, dass auch weniger offensichtliche Aspekte untersucht worden sind. Zum Beispiel haben Wissenschaftler untersucht, ob:

    1) ob die chirurgischen Ergebnisse in Lehrkrankenhäusern im Juli, wenn neue Auszubildende in der Medizin und Chirurgie beginnen, schlechter sind (bekannt als “Juli-Effekt”). Die Ergebnisse sind gemischt: Einige Studien bestätigen dies, andere widerlegen es.

    2) Ob Musik im Operationssaal nützlich oder schädlich ist (laut oder leise, klassisch oder peppig, oder gar keine Musik). Auch hier ist die Beweislage widersprüchlich.

    3) Der chirurgische Erfolg kann von der dominanten Hand des Chirurgen abhängen. In einer Studie über Kataraktoperationen hatten Patienten, die von Linkshändern operiert wurden, weniger Probleme als Patienten, die von Rechtshändern operiert wurden.

    Eine neue Studie, die in der medizinischen Fachzeitschrift The BMJ veröffentlicht wurde, sollte eine Frage beantworten, an die ich nie gedacht hatte: Spielt es eine Rolle, ob ein Chirurg eine Operation an seinem Geburtstag durchführt, wenn der Patient überlebt?

    Lassen wir einmal beiseite, warum die Forscher glauben, dass dies ein gutes Forschungsthema ist, und schauen wir uns an, wie die Studie durchgeführt wurde und was die Forscher herausgefunden haben. Zwischen 2011 und 2014 untersuchten sie die Überlebensdaten von fast einer Million Notfalleingriffen, die von über 47.000 Chirurgen in den Vereinigten Staaten durchgeführt wurden. Alle Patienten waren über 65 Jahre alt und hatten sich einem von 17 typischen Notfalleingriffen unterzogen, etwa einer Bypass-Operation an der Koronararterie oder einer Gallenblasenentfernung. Notfalleingriffe werden zwar nicht geplant, sind aber je nach Szenario am Tag der Diagnose möglicherweise nicht notwendig.

    Der Studie zufolge starben mehr Patienten innerhalb eines Monats nach der Operation, wenn die Operation am Geburtstag des Chirurgen durchgeführt wurde (6,9 %) als an anderen Tagen des Jahres (5,6 %). Der Unterschied war statistisch signifikant und schien nicht auf eine andere Erklärung zurückzuführen zu sein, die den Forschern einfiel, z. B. ob:
    1) die Operationstermine aufgrund des Geburtstages des Chirurgen etwas früher oder später angesetzt wurden, oder 2) die Operationstermine aufgrund des Geburtstages des Chirurgen etwas später oder früher angesetzt wurden.

    2) Die Ergebnisse könnten durch eine kleine Gruppe von Chirurgen mit hohen Komplikationsraten verzerrt sein.

    3) Die Komplexität, die Häufigkeit oder die Art der Operationen waren unterschiedlich.

    4) Die Chirurgen könnten es absichtlich vermieden haben, an ihren Geburtstagen zu operieren.

    5) Die Geburtstage waren “bedeutend” (z. B. 60. Geburtstag) oder fielen auf ein Wochenende.

    Die Auswirkungen jeder dieser wahrscheinlichen Erklärungen wurden mit Hilfe statistischer Verfahren reduziert oder ausgeschlossen. Überraschenderweise hatte der Geburtstag des Chirurgen keinen Einfluss auf die geplanten (nicht notfallmäßigen) Operationen.