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Lehren aus der Pandemie über Stress und das Herz

    man covering face with both hands while sitting on bench

    COVID-19 hatte weitreichende Folgen: mehr als sieben Millionen bestätigte Fälle und mehr als 200.000 Todesfälle allein in den Vereinigten Staaten. COVID-19 hatte auch Auswirkungen auf die Gesundheitsfürsorge; so haben beispielsweise Menschen aus Sorge vor einer COVID-19-Exposition die Behandlung schwerer Symptome hinausgezögert. Die Auswirkungen von COVID-19 gehen jedoch über das Gesundheitswesen hinaus und beeinträchtigen täglich unser finanzielles, soziales und emotionales Wohlbefinden.

    Wir werden die langfristigen Auswirkungen dieser Härten kennenlernen, während wir versuchen, mit unserer neuen Normalität zurechtzukommen und uns darauf einzustellen. Ärzte haben bereits damit begonnen, zu untersuchen, wie sich COVID-bedingter Stress und Angstzustände auf Menschen in aller Welt auswirken.

    Stress wird mit einer Vielzahl von Gesundheitsstörungen in Verbindung gebracht und kann echte physische Auswirkungen auf den Körper haben. Unser sympathisches Nervensystem wird durch Stress direkt aktiviert und löst eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion aus, die den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel erhöhen kann. Stress ist zwar aus evolutionärer Sicht möglicherweise kurzfristig von Vorteil, kann aber Bluthochdruck und Diabetes verschlimmern, wenn er regelmäßig auftritt. Stress kann dazu führen, dass wir nicht mehr schlafen und uns schlecht ernähren, weil wir nach Bequemlichkeitsessen suchen oder die Kontrolle über unsere Portionen verlieren. Laut einer aktuellen Studie kann sich pandemiebedingter Stress bereits auf unsere Herzgesundheit auswirken.
    Die Stress-Kardiomyopathie, auch bekannt als Takotsubo-Kardiomyopathie oder Syndrom des gebrochenen Herzens, ist eine Herzerkrankung, die sich durch akute Beschwerden in der Brust und Fehlfunktionen des Herzens auszeichnet und einen Herzinfarkt imitiert. Anders als bei einem Herzinfarkt können die Ärzte keine Anzeichen für ein Blutgerinnsel oder Probleme mit dem Blutfluss im Herzen erkennen.

    Bei Patienten mit Stresskardiomyopathie handelt es sich meist um Frauen nach den Wechseljahren, die plötzlich Brustbeschwerden und Kurzatmigkeit entwickeln. Der Zusammenhang zwischen Stress und Stresskardiomyopathie ist gut belegt; Patienten mit Stresskardiomyopathie erleben häufig in der Woche vor ihrer Erkrankung emotionalen oder körperlichen Stress. Der spezifische Mechanismus dieser Reaktion ist unbekannt, obwohl Forscher Veränderungen im Blutfluss zum Gehirn und in der Signalisierung von Stresshormonen entdeckt haben.

    Der Tod eines Ehepartners oder Familienmitglieds, Scheidungen oder zwischenmenschliche Streitigkeiten sowie Naturkatastrophen wie Erdbeben und Überschwemmungen sind allesamt emotionale Auslöser für Stress-Kardiomyopathie. Das Leben unter dem Dauerstress einer globalen Epidemie scheint eine Ursache für diese Krankheit zu sein.