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Kann man etwas tun, um Darmkrebs zu verhindern?

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    In den Vereinigten Staaten ist Darmkrebs (CRC) die zweithäufigste Krebstodesursache. Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass die Früherkennung von Darmkrebs die Sterblichkeitsrate senken kann, indem präkanzeröse Polypen entdeckt und entfernt werden. Andererseits hat die Früherkennung auch Nachteile, wie z. B. die Komplexität des Verfahrens und die damit verbundenen Einschränkungen. Die Koloskopie beispielsweise, das beliebteste Screening-Verfahren in den Vereinigten Staaten, ist weniger effizient, wenn es darum geht, Krebserkrankungen auf der rechten oder aufsteigenden Seite des Dickdarms zu vermeiden, als Krebserkrankungen auf der linken oder absteigenden Seite.

    Außerdem nehmen nur 60 % der Personen in den Vereinigten Staaten, denen ein Screening empfohlen wird, dieses auch in Anspruch. Das Screening ist ein ressourcenintensives Verfahren, dessen Durchführung Zeit, Ausrüstung und einen geschulten Arzt erfordert, und es wird in vielen Regionen der Welt selbst unter idealen Bedingungen nicht in großem Umfang durchgeführt. Daher besteht ein erheblicher ungedeckter Bedarf an Alternativen zum Screening, um Darmkrebs wirksam vorzubeugen.

    Ein gesunder Lebensstil, wie z. B. ein gesundes Körpergewicht, körperliche Aktivität und der Verzicht auf Tabakkonsum, kann das Darmkrebsrisiko bei allen Menschen minimieren. Diese Gewohnheiten helfen auch bei der Prävention anderer chronischer Krankheiten.

    Die Chemoprävention – der Einsatz von Medikamenten zur Hemmung, Verzögerung, Unterbrechung und Umkehrung der Krebsentstehung – ist eine vielversprechende Ergänzung zur Änderung der Lebensweise. Der Nutzen des optimalen chemopräventiven Wirkstoffs oder einer Kombination von Wirkstoffen muss die Gefahren überwiegen, zumal eine erfolgreiche Prävention mit ziemlicher Sicherheit eine langfristige Verabreichung erfordert. In den vergangenen Jahrzehnten wurden mehrere potenzielle Wirkstoffe vorgeschlagen und untersucht.
    Forscher führten eine systematische Überprüfung durch und analysierten Daten aus 80 Metaanalysen oder systematischen Übersichten von Interventions- und Beobachtungsstudien, die zwischen 1980 und 2019 veröffentlicht wurden, und untersuchten die Verwendung von Medikamenten, Vitaminen, Nahrungsergänzungsmitteln und Ernährungsfaktoren zur Darmkrebsprävention bei Menschen mit durchschnittlichem Risiko, so ein in der Zeitschrift Gut veröffentlichter Artikel.

    Die regelmäßige Einnahme von Aspirin, nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAIDs) wie Ibuprofen (Advil, Motrin) oder Naproxen (Aleve), Magnesium und Folsäure wurde mit einem geringeren Risiko für Darmkrebs in Verbindung gebracht, so die Forscher. Außerdem scheint ein hoher Verzehr von Ballaststoffen, Obst und Gemüse sowie Milchprodukten mit einem geringeren Risiko verbunden zu sein. Starker Alkoholkonsum und ein hoher Verzehr von rotem oder verarbeitetem Fleisch werden dagegen mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko in Verbindung gebracht. Es gab keine Hinweise darauf, dass Tee, Kaffee, Knoblauch, Fisch oder Sojaprodukte einen Schutz bieten.

    Für Aspirin gibt es die besten Belege für einen schützenden Nutzen. Randomisierte, kontrollierte Studien, die dem “Goldstandard” entsprechen, zeigen, dass die regelmäßige Einnahme von Aspirin die Häufigkeit von adenomatösen Dickdarmpolypen senkt, die die Vorstufe der meisten Darmkrebserkrankungen darstellen. Für andere präventive Medikamente wie NSAIDs, Magnesium und Folsäure gibt es nur einen geringen bis sehr geringen Grad an Evidenz.