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Ist der Verzehr von Vollkorn vorzuziehen oder nicht? Etiketten auf Lebensmitteln können trügerisch sein

    Auf Lebensmitteletiketten werden unter anderem Kalorien, Portionsgröße, Fett-, Zucker-, Vitamin- und Ballaststoffgehalt eines Produkts angegeben. Aber wissen die Kunden auch, wie sie dieses Wissen nutzen können? Laut einer neuen Umfrage haben einige Kunden vor allem Schwierigkeiten, Vollkornprodukte zu verstehen.

    Für die Studie, die in der Zeitschrift Public Health Nutrition veröffentlicht wurde, führten die Forscher zwei Studien durch, um das Wissen der Verbraucher über Vollkorn auf Produktetiketten zu messen. An der Studie, die sich auf die Lebensmittelkennzeichnung von Brot, Müsli und Crackern konzentrierte, nahmen über 1 000 Personen teil.
    Die Forscher zeigten auf nachgebildeten Nährwerttafeln Warenpaare mit unterschiedlichen Mengen an Vollkorn (basierend auf der Zutatenliste und dem Ballaststoffgehalt), Zucker und Salz. Eines der Produkte enthielt viele Vollkorngetreide, aber auf der Vorderseite der Verpackung wurden keine Angaben gemacht. Das zweite Produkt enthielt im Allgemeinen weniger Vollkorngetreide, war aber auf der Vorderseite der Verpackung mit Begriffen wie “Mehrkorn” und “Weizen” beworben worden. Den Daten zufolge verwechselten zwischen 29 und 47 Prozent der Umfrageteilnehmer das weniger gesunde Produkt mit dem gesünderen.

    Im zweiten Experiment wurden die Teilnehmer gebeten, anhand von tatsächlichen Lebensmitteletiketten zu erkennen, welche Waren 100 Prozent Vollkorn, teilweise Vollkorn oder wenig bis gar kein Vollkorn enthielten. In der Studie unterschätzte mehr als die Hälfte der Teilnehmer (43 Prozent zu 51 Prozent) die Anzahl der Vollkorngetreide in Lebensmitteln, die überwiegend aus raffiniertem Getreide bestanden.

    Bei einem anderen Produkt, das größtenteils aus Vollkorn bestand, wurde der Vollkorngehalt von 17 % der Kunden unterschätzt.

    Der Studie zufolge fällt es den Verbrauchern schwer, die Gesundheit und den Vollkorngehalt einiger verpackter Mahlzeiten zu erkennen, und sie verlassen sich dabei eher auf die Vollkornkennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung als auf die Nährwertangaben und die Zutatenliste.
    Vollkorn bezieht sich auf das gesamte Getreidekorn, einschließlich Kleie, Keim und Endosperm. Bei der Raffination wird der Großteil der Kleie und des Keims entfernt, so dass nur das Endosperm (Weißmehl) übrig bleibt. Die verschiedenen Teile des Vollkorns liefern Vitamine, Mineralien, Ballaststoffe und andere gesundheitsfördernde Bestandteile.
    Im Gegensatz zu raffinierten Körnern, denen bei der Raffination wichtige Nährstoffe entzogen werden, bieten ganze Körner eine breite Palette von gesundheitlichen Vorteilen. In Studien wurde nachgewiesen, dass sie unser Risiko für Typ-2-Diabetes senken.