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Frauen erhalten seltener als Männer spezielle Herzmedikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    human heart scale model

    In den Vereinigten Staaten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen die häufigste Ursache für Todesfälle. Trotz der Tatsache, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) in erheblichem Maße Frauen betreffen, mangelt es traditionell an Bewusstsein und Aufklärung über Herzkrankheiten bei Frauen. Einer neuen Studie zufolge, die auf den Daten von mehr als zwei Millionen Patienten beruht, werden Frauen seltener als Männer Aspirin, Statine und Blutdruckmedikamente verschrieben.

    Der Begriff “Herz-Kreislauf-Erkrankungen” bezieht sich auf eine Reihe von Krankheiten, die das Herz und die Blutgefäße betreffen. Hypertonie (Bluthochdruck), koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt, Herzversagen, defekte Herzklappen und Herzrhythmusstörungen sind nur einige Beispiele. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirken sich auf Männer und Frauen unterschiedlich aus, was unterschiedliche Diagnose- und Behandlungsansätze erforderlich macht und möglicherweise zu unterschiedlichen Ergebnissen führt.

    Kliniker und Patienten erkennen Herzinfarkte bei Frauen möglicherweise nicht oder erst zu spät, weil sie die Herzkrankheiten von Frauen nicht ausreichend kennen. So sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen vor der Menopause seltener als bei Männern, nach der Menopause treten sie jedoch deutlich häufiger auf und sind für fast jeden dritten Todesfall bei Frauen verantwortlich.

    Darüber hinaus beruhen viele der “klassischen” Anzeichen und Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf medizinischen Untersuchungen, die hauptsächlich an Männern durchgeführt wurden. Viele Menschen denken, dass Schmerzen in der Brust auf einen Herzinfarkt hindeuten. Ungewöhnliche Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen, Kurzatmigkeit, Schwindel oder gar keine Symptome treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern.

    Außerdem hatten 64 % der Frauen, die plötzlich an einer koronaren Herzkrankheit starben, zuvor keine Symptome.
    Die weniger aggressive Diagnose und Behandlung von Frauen könnte auf physiologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen sein. Verstopfungen der großen Herzarterien sind bei Männern häufiger, während mikrovaskuläre Funktionsstörungen (Entzündungen der kleinen Herzarterien) bei Frauen häufiger vorkommen, was die Behandlung erschwert. Außerdem zeigen Studien (z. B. hier und hier), dass sich Frauen nach einem Herzinfarkt seltener und später lebensrettenden Verfahren wie Herzkatheteruntersuchungen unterziehen als Männer.