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Erklärung der American Heart Association zu den kardiovaskulären Nebenwirkungen der Hormontherapie bei Prostatakrebs

    woman wearing blue dress

    Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Prostatakrebs liegt dank frühzeitiger Erkennung und besserer Therapien bei 99 Prozent. Die Hormontherapie, die etwa der Hälfte aller Männer mit Prostatakrebs verabreicht wird, hat dazu beigetragen, das Leben der Betroffenen erheblich zu verlängern. Diese Medikamente blockieren Testosteron, ein Hormon (auch als Androgen bekannt), das für das Wachstum von Prostatatumoren erforderlich ist. Sie haben jedoch eine Reihe unerwünschter Nebenwirkungen, darunter Stoffwechselprobleme, die mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergehen.

    Die American Heart Association (AHA) veröffentlichte im April eine Erklärung, in der sie auf die mit einer Hormontherapie verbundenen kardiovaskulären Risiken hinwies. Die Autoren betonen die Notwendigkeit, Männer mit bereits bestehenden kardialen Risikofaktoren oder einer Familienanamnese von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu identifizieren, die während der Behandlung sorgfältig überwacht werden sollten. In der Erklärung werden die verschiedenen Formen der Hormontherapie und die Erkenntnisse über ihre kardialen Nebenwirkungen ausführlich dargelegt.

    GnRH-Agonisten (auch als LHRH-Agonisten bekannt) sind eine Art Testosteronblocker, der die Hypophyse im Gehirn dazu veranlasst, große Mengen zweier Hormone auszuschütten: luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH) (FSH). Ein erhöhter LH-Spiegel veranlasst die Hoden, mehr Testosteron zu produzieren. Die Hypophyse verlangsamt ihre LH-Sekretion, um den Hormonschub (der etwa einen Monat dauert) auszugleichen, wodurch der Testosteronspiegel sinkt.

    GnRH-Antagonisten, eine zweite Art der Hormontherapie, wirken auf das gleiche Hormonsystem, jedoch auf andere Weise: Sie bewirken einen raschen Abfall von FSH und LH, gefolgt von einem Absinken des Testosteronspiegels.

    Die GnRH-Agonisten haben eine höhere Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als die GnRH-Antagonisten. Dies ist höchstwahrscheinlich auf den behandlungsbedingten Anstieg des FSH-Spiegels zurückzuführen, der die Bildung von Fettablagerungen in den Arterien anregt, sowie auf Insulinresistenz, Bluthochdruck und andere Stoffwechselstörungen, die mit Herzinfarkten und Schlaganfällen einhergehen. Klinische Studien müssen noch beweisen, dass Männer, die GnRH-Agonisten einnehmen, häufiger an Herz-Kreislauf-Problemen sterben als Männer, die diese Medikamente nicht gegen Prostatakrebs einnehmen.

    GnRH-Agonisten oder -Antagonisten werden häufig zusammen mit Androgenrezeptor-gesteuerten Therapien eingesetzt, d. h. mit Hormonpräparaten, die auf die Androgenrezeptoren abzielen. Während GnRH-Medikamente die Hoden daran hindern, Testosteron zu produzieren, verhindern diese anderen Behandlungen, dass das Hormon an seinen Zellrezeptor bindet. Der AHA-Erklärung zufolge führt die Kombinationstherapie zu einem stärkeren Rückgang des Testosterons, was mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle, Schlaganfälle und nicht tödliche kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden ist.